
30.8.2010
Patrick Stadelmanns Dank an Holzbau Mattmann
Der Willisauer Patrick Stadelmann ist zurzeit einer der erfolgreichsten Schweizer Ringer. Kommende Woche startet er an der WM in Moskau. Die Qualifikation geschafft hat der junge Schreiner nicht zuletzt dank der Unterstützung eines Rüediswiler Familienbetriebs.

Von links: Firmeninhaber Ferdi Mattmann, Patrick Stadelmann, Ferdi Mattmann junior.
„Ich will an der WM unter die Top-Ten“, sagt Patrick Stadelmann.
„Wenn alles gut läuft und die Tagesform stimmt, kann ich das
schaffen.“ Der 24-jährige Willisauer gehört zurzeit zu den
wenigen Schweizer Ringern, die auf internationalem Niveau mithalten können.
Seit Jahren ist er hierzulande in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm das
Mass aller Dinge. Nach zahlreichen Einzelschweizermeistertiteln schaffte
er es in den beiden letzten Jahren zudem mit seinem Team, der Ringerriege
Hergiswil, auf das Podest der Mannschaftsmeisterschaft. Nun will es Stadelmann
auch international Wissen. Neben einer erfolgreichen WM hat er sich die
Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London zum Ziel gesetzt. Dafür
trainiert er hart. Insgesamt drei Monate verbrachte Patrick Stadelmann in
diesem Jahr bereits im Ausland. Denn nur dort findet er professionelle Trainingsbedingungen
vor.
In der Schweiz beschränkt sich das Training auch bei den besten Teams
auf einige Abende pro Woche. In Deutschland und Ungarn etwa, wo Patrick
Stadelmann vor allem trainiert hat, kann er zwei, drei Trainings pro Tag
absolvieren. Ohne diesen Aufwand hätte es Stadelmann sehr schwer, international
zu bestehen. Aber: Möglich ist das für den Bauschreiner nur dank
einem flexiblen Arbeitgeber, der bereit ist, immer wieder auf seinen Angestellten
zu verzichten.
Einen solchen Arbeitgeber hat Patrick Stadelmann mit der Rüediswiler Holzbaufirma Mattmann gefunden. „Wir wollen Patrick eine Chance geben, seinen Traum zu verwirklichen“, sagt Ferdi Mattmann. Klar müssten sie etwas flexibel sein. „Aber wenn man will, geht das immer“, so Mattmann. Im Sommer etwa konnte Stadelmanns Abwesenheit mit der Weiterverpflichtung eines Lehrabgängers überbrückt werden. „Und hin und wieder müssen halt die anderen Angestellten ein oder zwei Stunden länger arbeiten, oder am Samstag einen Einsatz leisten.“ Etwas vor- und nachgeben gehöre dazu, wenn man jemanden eine solche Chance geben wolle. Eine Grundbedingung gebe es aber: „Wir sind sehr zufrieden mit Patricks Arbeit“, sagt Ferdi Mattmann. „Wäre das nicht so, sähe die Situation wohl anders aus.“
Auch von Patrick Stadelmann selbst ist Flexibilität gefordert. So schlüpft
er nach einem intensiven Trainingslager sofort wieder in die Arbeitskleider.
Auch Einsätze am Samstag oder während den Betriebsferien gehören
dazu. Stadelmann weiss: „Was mir die Familie Mattmann bietet, ist
nicht selbstverständlich.“ Ohne einen so flexiblen Arbeitgeber
gäbe es für ihn nur die Möglichkeit, immer wieder Temporär
zu arbeiten. Das hiesse, ständig einen neuen Job zu suchen, nie zu
wissen, ob es auch wirklich klappt, ob er finanziell über die Runden
kommt. Schwierig, sich so auf den Sport konzentrieren zu können.
Patrick Stadelmann arbeitet seit einem Jahr beim Familienbetrieb Mattmann
Holzbau. Zustande kam das Engagement über seinen Bruder Fabian, der
bereits seit einigen Jahren dort arbeitet. Auch Fabian Stadelmann ist bei
der Ringerriege Hergiswil aktiv. Dass die Familie Mattmann eine Affinität
zum Ringsport hat, rührt aber nicht nur daher. Geschäftsführer
Ferdi Mattmann war früher ein aktiver Schwinger und Sägemehlringer.
„Seinen ersten Kranz holte er 1968 an den Eidgenössischen Ringertagen
in Hergiswil“, sagt Tochter Priska Mattmann und lacht. „Daher
ist er fast ein wenig stolz, jetzt einen Hergiswiler Ringer unterstützen
zu können.“




