
15. September 2011
Frühes WM-Aus trotz guten Leistungen
Es war leider ein kurzes WM-Abenteuer für unsere beiden Olympia-Hoffnungen Patrick Stadelmann und Thomas Suppiger. Beide verlhren ihren ersten Kampf gegen einen internationalen Spitzenringer. Patrick und Thomas zeigten aber gute Kämpfe, was sie für die Quali-Turniere im Frühling 2012 zuversichtlich stimmt.

Über 100 Nationen kämpften in Istanbul um die begehrten ersten sechs Olympia-Startplätze. Die Weltspitze ist extrem eng beisammen, sodass auch Favoriten der grossen Ringernationen ihre Ambitionen auf einen Quoten-Platz teilweise früh begraben mussten.
Zum Auftakt traf Patrick bis 60 kg auf Jarkko ALA-HUIKKU (Europameister 2008!). Der Kampf gegen den Finnen war ausgeglichen. Im Stand waren sich die beiden ebenbürtig. Die Entscheidung musste im Clinch fallen. Patrick konnte seinen Gegner im ersten Abschnitt hochheben und beinahe durchdrehen. Ohne Punkte aus dem Kampf ging die Runde mit 0:2 (1 Punkt da keine Aktion + 1 Punkt wegen vermeintlicher Beinarbeit) an den Finnen. Im Clinch des zweiten Abschnitts gelang Ala-Huikku einen Durchdreher. Patrick konnte ihn dabei übersteigen, erhielt jedoch nur einen Punkt, weshalb auch dieser Abschnitt mit 1:2 an den starken Skandinavier ging.
Auch Thomas erhielt mit dem Kroaten Nenad Zugaj einen harten Gegner zugelost. Der WM-Dritte von 2008 ringt in der 1. Deutschen Bundesliga. Thomas gilt selber als starker Standringer, die kroatische Lokomotive demonstrierte ihm jedoch die Kräfteverhältnisse in der Kat. 84 kg. Trotzdem konnte Thomas den Attacken des Gegners standhalten. Dies kostete allerdings wertvolle Substanz, welche im Clinch fehlte. Zuerst musste sich Thomas drehen lassen und im zweiten Abschnitt gelang ihm selber keine Wertung. Der Kampf ging mit 0:2 und 0:1 verloren.
Der Kroate scheiterte erst im 1/4-Final gegen den späteren Weltmeister aus Weissrussland. In der Hoffnungsrunde verpasste er später die Olympia-Qualifikation nur haarscharf.
Die Schlussränge 29 (von 42) von Patrick und 35 (von 47) von Thomas sind nebensächlich. Wichtig sind die positiven Erkenntnisse aus der WM. Patrick wie auch Thomas haben gute Kämpfe gezeigt und keine wesentlichen Fehler gemacht. Beide Gegner sind internationale Spitzenringer, gegen welche sie sich (noch) nicht durchsetzen konnten. Für Andrey Maltsev, welcher sie in diesem Jahr rund acht Wochen in der Ukraine trainierte und begleitete, sind grosse Fortschritte erkennbar. Neben Los- und Wettkampfglück fehlt teilweise noch das Selbstbewusstsein, denn das Rüstzeug ist vorhanden.
Thomas war in der Vorbereitung wie schon an der SM und EM vom Verletzungspech verfolgt. Nur wenige Wochen vor der WM erlitt er einen Infekt im Knie, welcher ihn zur vorzeitigen Rückkehr in die Schweiz zwang. Nach der Operation konnte er kaum noch trainieren. Dazu kommt das körperliche Defizit in der höheren Katagorie. Will er dort bestehen, muss er weiter an Muskelmasse zulegen. Wer (Suppiger oder Bossert) zwei von den drei Quali-Turnieren im 2012 in der Kategorie bis 74 kg bestreiten darf, entscheidet sich erst nach einem int. Turnier anfangs Jahr und der Schweizermeisterschaft.
Die WM-Kämpfe von Patrick und Thomas






